"Die Regeln"


Fußball ist ein sehr kompliziertes Spiel.
Man muß es einfach spielen, dann ist man erfolgreich!
(Felix Magath, Spieler, Manager, Trainer)

Wie funktioniert so ein Fußballspiel? Warum wird bei Unentschieden keine Münze mehr geworfen, um den Sieger zu ermitteln? Wie erklärt sich die schwierigste Regel ganz leicht? Das alles lehrt uns das Kapitel „Die Regeln“.

„Im Endeffekt sind Regeln dazu da, gebrochen zu werden.“
(Roy Präger, Spieler)



Das Spielfeld

"Ich kann überall arbeiten.
Die Plätze sind überall gleich lang und gleich breit."
(Otto Rehhagel, Trainer, Europameister mit Griechenland)

Plätze sind eben nicht gleich groß, aber immer gehen weiße Linien drumherum und mittendurch, und auf beiden Seiten steht ein Tor und mehr als 9 Meter vom Elferpunkt ist ein Teilkreis gezogen, aber nur außerhalb des Strafraumes. Puh. Das ist der Platz, und hier liegt die Wahrheit.

"Grau is alle Theorie, maßgebend is auffen Platz"
(Alfred „Adi“ Preißler, Kultspieler aus Dortmund)



Der Ball

„Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball.“
(Uwe Seeler)

Das Wichtigste am Fußballspiel ist kugelförmig und aus Leder oder einem „anderen geeigneten Material gefertigt“ und kommt er immer aus Herzogenaurach. Der Ball macht Männer rennen und erklärt aus sich heraus die Idee des ganzen Spieles. Allerdings ist der Ball auch ein Sauhund.

“Der springende Punkt ist der Ball!“
(Dettmar Cramer, Fußballlehrer, Erfolgstrainer)



Der Schiedsrichter

„Fairplay bedeutet:
Das Foul so versteckt machen, dass der Schiedsrichter es nicht sieht.“
(Dieter Hildebrandt, Kaberettist)

Seit 1874 gibt es Schiedsrichter, vor allem, damit der Verlierer eine Ausrede fürseine Niederlage hat. Der Schiri verfügt über eine ganzen Besteck an Strafen und über eine Trillerpfeife. Der Schiri beginnt das Spiel und beendet es und regelt auch noch, was dazwischen alles passiert.

Wenn der Mann in Schwarz pfeift,
kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen.
(Andy Brehme)



Das Spiel

„Beim Fußball geht es nicht nur darum, Tore zu schießen,
sondern auch zu gewinnen.“
(Alan Shearer, englischer Spieler und Fußballphilosoph)

Der Ball ruht auf dem Mittelpunkt des Platzes, im Anstoßkreis befinden sich zwei Spieler einer Mannschaft, der Schiedsrichter pfeift und es geht los. Wer die meisten Tore geschossen hat, der ist der Sieger. Das ist eigentlich das ganze Ding.

Es gibt nicht nur Ding. Fußball ist Ding, Dang, Dong.“
(Giovanni Trappatoni, erfolgreichster Vereinstrainer der Welt)



Abseits

"Abseits ist, wenn das lange Arschloch zu spät abspielt."
(Hennes Weisweiler, Trainer)

Abseits ist die Regel, die Frauen angeblich so wenig verstehen wie das Reizen beim Skatspiel. Die Regel ist skurril, denn sie stammt aus England. Abseits ist die Regel gegen Schnarchnasen und für Zocker und wird hier ganz dufte erklärt. Denn ganz am Ende gilt einzig die Erklärung von Franz Beckenbauer wirklich:

„Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“.
(Franz Beckenbauer, Fußballerklärer)



Das Handspiel

„Da wird der Fußball mit Füßen getreten“
(Franz Böhmert, Präsident von Werder Bremen zur Entscheidung, kein WM-Spiel nach Bremen zu geben)

Handspiel ist verboten - aber wann wird gepfiffen, wann gibt es gelb? Und gibt es auch mal rot für Hand? Und warum ist der Arm eine Hand?

„Bei mir gehen Kopf und Füße Hand in Hand“
(Boris Becker, Bayern München Mitglied, Tennisidol)



Die Karten

“Also, ein normales Foul ist für mich nicht unfair.“
(Uwe Seeler, ehemaliger Nationalstürmer)

Ein normales Foul ist ganz normal, und bei unnormalen Fouls gibt es gelbe oder rote Karten, und das seit 1970. Bei sieben Hauptregeln wird der Sünder mit gelb bestraft, bei sieben anderen Hauptregeln mit rot. Lamas bekommen ebenfalls Karten gezeigt und Rudelbilder auch. Und manchmal sogar Trainer und Manager.

„Bei diesem Schiedsrichter hätte auch unser Busfahrer eine gelbe Karte bekommen.“
(Reiner Calmund, Ex-Manager von Bayer Leverkusen)



Ecke - Abstoß - Einwurf

Der Ball geht ins Seitenaus und es gibt Eckball“
(Robert Seeger, Sportreporter)

Was passiert, wenn der Ball das Spielfeld verlässt? Warum üben Fußballspieler, den Ball zu werfen und sind ein Dutzend Eckbälle etwa zwölf? Selbst bei solch nur scheinbar leichten Fragen geraten selbst ausgewiesene Fachleute gerne durcheinander.

“Und nun ein Einwurf. Nein, ein Eckball. Nein, ein Einball.“
(Manfred „Manni“ Breukmann, ARD Reporter, radiophones Urgestein)



Das Tor

„Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf -
wer die meisten Tore schießt, der gewinnt.“
(Reiner Calmund, langjähriger Manager von Bayer Leverkusen, Fußball-Schwergewicht)

Hier braucht es keine Wertungsrichter, keine A- und B-Noten. Allerdings ist nicht jedes Tor ein Tor, dafür aber ein Ereignis, das einem Spiel eine völlig andere Wendung geben kann. Und schließlich zeigt hier der Fußball sein wahres Gesicht. Darum geht es, und um nichts anderes:

„Ball rund muss in Tor eckig.“
(Helmut Schulte, Fußballtrainer unter anderen in St. Pauli)



Spezialitäten

Wir spielen hier doch kein Schach.
Es kann doch nicht sein, dass alle fünf Minuten einer umfällt.
(Rudi „Nationale“ Völler, über Schwalben und Schauspielereien im Fußball)

Neben den großen Hauptregeln gibt es eine Vielzahl von Verordnungen, Erlassen, Spezialspielsituationen, Einzelbestimmungen und Sonderregelungen. Dieses Kapitel bietet eine willkürliche Auswahl und ermöglicht eine Ahnung von der Vielfalt fußballerischer Ereignisformen und Regelfeinheiten, bis hin zur taktischen Meisterleistung der genialen Einwechslung.

Ich habe Petr Ruman draußen gelassen,
was sich als brillante Idee herausgestellt hat.
(Jürgen Klopp, Mainzer Trainer, nachdem Einwechselspieler Ruman das erste Mainzer nach fast vier torlosen Spielen erzielte)

ISBN 978-3-7900-0377-2 - Preis: € 6,90 - Verlag: Parzeller, Fulda