Das Sommermärchen

Die WM 2006 in Deutschland



„DIES IST DIE BESTE WELTMEISTERSCHAFT ALLER ZEITEN.“

(SEPP BLATTER, SCHWEIZER, FIFA-BOSS)

Die WM 2006: Deutschland geriet erst in einen Euphorierausch und endete schließlich im „Positiven Patriotismus.“ Der Grund lag - im Wetter.

“Mit dem Eröffnungsspiel ist der Sommer eingezogen, nachdem wir vorher noch im Wintermantel rumgelaufen sind.“

(Franz Beckenbauer, Organisator der WM 2006. Fußballlichtgestalt)

Der Sommer begann am 9. Juni gegen 18 Uhr, pünktlich zum Eröffnungsspiel. Franz Beckenbauer hatte offensichtlich dieses Wunder bewirkt. Genau wie er es mehrfach schaffte, an verschiedenen Orten gleichzeitig interviewt zu werden.

„Wenn Franz Beckenbauer etwas anpackt, dann gelingt das auch. Deshalb hatten wir während der WM auch so hervorragendes Wetter.“

(Hansi Müller, ehemaliger Nationalspieler)

Die Erwartungen der Fans orientierten sich zunächst an der Einschätzung eines Volleyball-Trainers:

„Wir haben die gleiche Chance wie eine Sau beim Metzger“.

(Stelian Moculescu über seine Mannschaft vor einem Auswärtsspiel)

Doch bereits im zweiten Spiel zeigt sich, dass in diesem Turnier alles gelingen kann. In der Nachspielzeit schießt Oliver Neuville den Siegtreffer. Das Stadion tobt.

„Noch heute rätselt die Dezibelforschung, ob dies der lauteste jemals ertönte Schrei in der Geschichte der Bundesrepublik war.“

(Alexis Mirbach, focus-online)

Deutschland ist wieder stolz auf sich! Der einzige öffentliche Deutsche ohne Nationalfarben-Tatoo, Fan-Schal und Deutschlandfähnchen bleibt ausgerechnet Franz Beckenbauer.

„Wie im Morgenglanze – Beckenbauer unter den Deutschen.

Es klang, als wäre Goethe wieder auferstanden.“

(Holger Gertz, Süddeutsche Zeitung, über einen FAZ-Artikel)

Wir werden Weltmeister, auf dem Rasen und im wirklichen Leben!

„Immer wenn ich Innenminister war, ist Deutschland Weltmeister geworden.“

(Wolfgang Schäuble, Innenminister 1990 und 2006)

Im Viertelfinale entscheidet das Elfmeterschießen, ob Deutschland oder Argentinien gewinnt. Torwarttrainer Köpke steckt Tormann Lehmann einen Zettel zu. Vor jedem Schuss kramt Lehmann den aus seinem Stutzen, hält zwei Elfmeter und bringt Deutschland ins Halbfinale. Der Zettel wird später versteigert – für eine Million Euro. Aber: Im Halbfinale ist Italien eine unlösbare Aufgabe. Es gibt eine einfache Regel im Fußball: In einem WM-Turnier verliert Deutschland gegen Italien. Immer. Auch diesmal.

"So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere."

(Lukas Podolski nach dem WM-Halbfinale.)

Im Finale verliert Frankreich gegen Italien. Trauriger Höhepunkt des Endspieles wird der Abtritt eines Mannes, der zu einem wirklich Großen hätte werden können. In der Verlängerung beleidigt der Italiener Marco Materazzi den Franzosen Zinedine Zidane. Wutentbrannt rammt dieser dem Gegner seinen Kopf in die Brust. Materazzi fällt, Zidane wird des Feldes verwiesen.

„Im Namen der Ehre werden Männer zu Hyänen.“

(Karin Priester, politische Soziologin)

Die Erinnerung an die WM 2006 jedoch prägt der Sieg der deutschen Mannschaft im „kleinen Endspiel“ gegen Portugal. Oliver Kahn steht im Tor, sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft; er hält weltmeisterlich, Deutschland gewinnt und ertrinkt erneut in „schwarz-rot-geil“. „Verschiedene Hautfarben, verschiedene Kulturen, verschiedene Religionen: Zusammen feiern sie ein Fest. Und das friedlich!“ So lautet das Fazit des Kaisers nach dem Finale der WM 2006.

„SO STELLT SICH DER LIEBE GOTT DIE WELT VOR.“

(FRANZ BECKENBAUER, DEUTSCHLAND ZUM PARADIESE-MACHER)

ISBN 978-3-7900-0377-2 - Preis: € 6,90 - Verlag: Parzeller, Fulda